Das deutsche Gesundheitssystem kann durch eine Weiterentwicklung des bestehenden Systems zukunftsfähig ausgestaltet werden. Mit einer optimierten Koexistenz von GKV und PKV kann ein zukunftssicherer, generationengerechter und bezahlbarer Versicherungsschutz für alle gewährleistet werden.
Langfristige Finanzierbarkeit erfordert mehr Kapitaldeckung
Um die Zukunftsfähigkeit des aus GKV und PKV bestehenden Krankenversicherungssystems zu gewährleisten, müssen die Umlagefinanzierung der GKV auf ihre Kernaufgaben begrenzt und die Kapitaldeckung gestärkt werden. Mehr Leistungen und mehr Menschen müssen in eine eigenverantwortliche kapitalgedeckte Finanzierung in die PKV überführt werden, um insbesondere den demographischen Zukunftsherausforderungen gewachsen zu sein.
Stärkung der Eigenverantwortung
Mehr Eigenverantwortung ist notwendig. Die Versicherten müssen stärker als bisher den Umfang ihres Versicherungsschutzes selber wählen können. Das ist Ausdruck der Selbstbestimmung, die nur in der PKV möglich ist. Mehr Eigenverantwortung bedeutet auch eine höhere Eigenfinanzierung. Deshalb müssen die Selbstbeteiligungen in der GKV schonend ausgebaut werden.
Privater Versicherungsschutz für Zahnmedizin und Krankengeld
Zahnmedizin und Krankengeld sind Bereiche, in denen Versicherte selber über den gewünschten Versicherungsschutz entscheiden können. Diese Leistungen sollten kapitalgedeckt in der PKV versichert werden. Die PKV steht für einen sozial flankierten Versicherungsschutz zur Verfügung.
Kapitaldeckung für private Unfälle
Private Unfälle gehören in die Eigenverantwortung und in die kapitalgedeckte PKV. Da Arbeitgeber bereits vollständig die Berufsunfälle finanzieren, sollten im Gegenzug die Versicherten private Unfälle alleine finanzieren.
Absenkung der Versicherungspflichtgrenze
Die PKV steht zudem mit ihrem Zukunftsmodell für einen fairen Systemwettbewerb zwischen PKV und GKV. Mehr Menschen sollen so die Chance einer privaten kapitalgedeckten Zukunftsvorsorge haben. Außerdem fordert die PKV eine niedrigere Versicherungspflichtgrenze. Im Gegenzug ist sie bereit, jeden - und im Grundschutz auch ohne Risikozuschläge - aufzunehmen.
Mehr Wettbewerb
Der Wettbewerb im Gesundheitswesen muss in allen Bereich ausgeweitet werden. Mehr Wettbewerb heißt: Erleichterung des Wechsels innerhalb der PKV. Mehr Wettbewerb heißt aber auch, Vertragsfreiheit mit den Leistungserbringern - und zwar auch für die PKV.
Stärkung der Einnahmenseite
Die Einnahmenseite der GKV bedarf keiner radikalen Umgestaltung etwa durch Bürgerversicherung oder Gesundheitspauschalen. Notwendig sind aber Korrekturen am bestehenden System. Die beitragsfreie Mitversicherung von nicht erwerbstätigen Ehegatten ohne Kinder ist nicht mehr zeitgemäß. Außerdem wird der steigende Rentneranteil an den Versicherten der GKV dazu führen müssen, dass Rentner in der Zukunft stärker an der Finanzierung ihrer Gesundheitskosten beteiligt werden müssen. Die Verschiebebahnhöfe zwischen den Sozialversicherungssystemen müssen beendet werden.
Festschreibung des Arbeitgeberzuschusses
Wachstumspolitik verträgt sich nicht mit einer Anbindung der Gesundheitskosten an die Lohnkosten. Die Festschreibung des Arbeitgeberzuschusses ist daher zwingend. Versicherungsfremde Leistungen gehören nicht in die GKV Versicherungsfremde Leistungen stehen im ordnungspolitischen Widerspruch zur GKV. Solche Leistungen müssen steuerfinanziert werden.
Eigener Beitrag für Kinder
Kinderförderung ist eine gesellschaftliche Aufgabe und keine Aufgabe der GKV. Für Kinder sollte es deshalb einen eigenen Beitrag geben, der durch ein erhöhtes Kindergeld ausgeglichen wird.
Quelle: Verband der privaten Krankenversicherung e.V.