Gesetzlich Krankenversicherte erhalten bereits heute schon keine ausreichende medizinische Versorgung mehr - davon sind immer mehr Deutsche überzeugt. Darüber hinaus glauben 53 Prozent der GKV-Versicherten, über den Kassenbeitrag hinaus viel Geld für eine gute Versorgung zahlen zu müssen.
Dies sind Ergebnisse der Continentale-Studie 2007 - einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung, die von der Continentale Krankenversicherung a.G. in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut tns infratest durchgeführt wird. Seit 2001 befragt der private Krankenversicherer mit stets gleichen Trendfragen rund 1.200 Deutsche zu ihrer Einschätzung des Gesundheitswesens.
Schon seit einigen Jahren sind die Zukunftsprognosen ausgesprochen düster. 2007 gab es einen weiteren Negativruck: Jetzt glauben mehr Menschen als zuvor, die aktuelle Situation sei bereits ausgesprochen schlecht. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei der medizinischen Versorgung: Mehr als die Hälfte ist davon überzeugt, dass sie heute schon für gute medizinische Versorgung zusätzlich viel Geld ausgeben muss, 38 Prozent glauben, dass dies zukünftig so kommen werde.
Dass ein Großteil der Bevölkerung nicht mehr vom medizinischen Fortschritt profitieren wird, glauben 82 Prozent - wobei 34 Prozent davon ausgehen, dass dies heute schon der Fall ist. Auch die Unzufriedenheit der GKV-Versicherten mit dem aktuellen Gesundheitswesen liegt weiter auf hohem Niveau. Waren 2006 erstmals wieder mehr als die Hälfte der GKV-Versicherten mit den Leistungen zufrieden, ist der Wert nun auf unter die Hälfte gesunken. Mit dem Preis sind sogar zwei Drittel unzufrieden.
Die Gesundheitsreform hat daran nichts geändert: 83 Prozent der Bevölkerung glauben, die Reform sorge nicht für ein zukunftssicheres Gesundheitswesen; deshalb solle ein wirklich geeignetes Reformkonzept erarbeitet werden. Die Ziele der Gesundheitsreform -"Stärkung des Wettbewerbs" und "dauerhaft gesicherte Finanzierung" - wurden nach Meinung der Befragten ebenfalls nicht erreicht: 58 Prozent sind nicht der Meinung, dass eine Stärkung des Wettbewerbs erfolgt sei; 75 Prozent gehen davon aus, dass die Finanzierung nicht dauerhaft gesichert ist.
Rolf Bauer, Vorstandsvorsitzender der Continentale, sieht sich durch die Befragungsergebnisse in der Haltung des Unternehmens bestätigt: "Als privater Krankenversicherer bereiten wir eine Verfassungsbeschwerde gegen die Gesundheitsreform vor. Wie jetzt ganz deutlich wird, vertreten wir dabei keine Mindermeinung einer kleinen Gruppe - im Gegenteil. Denn die Ergebnisse zeigen: Die Deutschen wollen die Gesundheitsreform in dieser Form nicht. Sie sind mehrheitlich der Meinung, dass sie ihre Ziele nicht erreicht - entsprechend negativ sind die Zukunftserwartungen."
Quelle: Die Continentale