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Zweite Impfung bei Masern fehlt oft

Impfungen sind für Säuglinge und Kinder in Deutschland in der Regel selbstverständlich. Während diese Aussage bei Krankheiten wie Wundstarrkrampf, Diphtherie und Kinderlähmung voll und ganz zutrifft, ergibt sich bei Masern, Mumps und Röteln ein ganz anderes Bild. Aktuelle Stichproben des BKK Bundesverbandes zeigen, dass zwar über 90 Prozent der Kinder die erste Masernimpfung erhalten, aber nur etwa 60 bis 70 Prozent der Kinder aus dem Geburtsjahrgang 2004 die zweite Impfung gegen Masern bekommen haben. Diese zweite Impfung ist jedoch entscheidend, damit die Kinder einen vollständigen Impfschutz aufbauen können. Fehlt sie, ist ein wirksamer Schutz nicht in jedem Fall gegeben.

Die Impfbereitschaft ist in Deutschland vergleichsweise hoch, auch wenn es keine allgemeine Impfpflicht gibt. Etwa zehn Prozent aller Eltern haben Vorbehalte gegen das Impfen, so das Ergebnis verschiedener Befragungen. Aber nur ein kleiner Teil lehnt den Impfschutz tatsächlich ab. Das erklärt, warum es laut der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut bei vielen Schulanfängern hohe Durchimpfungsraten gibt: Wundstarrkrampf (2005: 98 Prozent), Diphtherie (97 Prozent), Kinderlähmung (96 Prozent).

„Um auch bei Masern bundesweit einen so flächendeckenden Schutz aufzubauen, müssten hier ebenfalls mindestens 95 Prozent der Kinder eines jeden Jahrgangs vollständig geimpft sein“, so die Impfexpertin des BKK Bundesverbandes, Dr. Annette Nahnhauer.
 
Nutzen überwiegt Nebenwirkungen

Wie jedes Medikament können auch Impfstoffe Nebenwirkungen haben. Der Nutzen einer Impfung, also der Schutz vor einer lebensbedrohlichen Krankheit, überwiegt jedoch deutlich gegenüber den möglichen Nebenwirkungen. Ein Tipp für Erwachsene: Besteht eine ausreichende Grundimmunisierung aus Kindertagen, müssen die Kinder-Standardimpfungen nicht mehr aufgefrischt werden. Allerdings gibt es hier zwei Ausnahmen: Diphtherie und Tetanus. Beide Impfungen sollten alle zehn Jahre erneuert werden.

Quelle: BKK Bundesverband



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