Wo bleibt die Solidarität im Gesundheitssystem? Darüber diskutierten Volker Leienbach vom Verband der privaten Krankenversicherungen und der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach auf taz.de.
Auszug:
Gesetzlich Versicherte beklagen sich, dass sie auf einen Arzttermin länger warten müssen als privat Versicherte und zu manchen Spezialisten gar nicht vordringen. Manche Fachärzte geben auch zu, dass die späte Terminvergabe eine gezielte Methode sei, den Bestand an gesetzlich versicherten Patienten auszudünnen.
Leienbach: Das mag in Einzelfällen so sein, aber ich bestreite entschieden, dass gesetzlich Versicherte mit ernsthaften Erkrankungen nicht behandelt werden, weil privat Versicherte mit kleinen Leiden vorgezogen werden. Und können Sie den Ärzten vorwerfen, dass sie gesetzlich Versicherte erst im nächsten Quartal behandeln, weil sie im alten Quartal dafür nicht mehr bezahlt werden, weil das Budget aufgebraucht ist? Und warum ist das überhaupt ein Vorwurf an die private Krankenversicherung?
Lauterbach: Zunächst ist es ein Vorwurf an die Ärzte. Es ist unethisch, wenn ein Arzt seine Termine danach vergibt, wer das meiste zahlt. Und es ist auch ein Vorwurf an die PKV. Sie wollen den Ärzten doch mehr zahlen, damit dieses ungerechte System erhalten bleibt und Sie neue Kunden werben können.
Das gesamte Interview können sie auf taz.de nachlesen.